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13 Katzen sollen ins Tierheim Drucken E-Mail

Oft ist es die Mischung aus falsch verstandener Tierliebe und fehlendem Verantwortungsbewusstsein, die zu Problemen führt. Nehmen wir die Müllers (der Name wurde selbstverständlich geändert). Die Müllers sind ein arbeitsloses Ehepaar mittleren Alters. Die Katze, die vor Jahren immer wieder durch den Garten schlich, wurde natürlich gefüttert. Irgendjemand musste sich doch um das arme Tier kümmern!

Natürlich brachte diese Katze nach einer Weile ihren ersten Wurf zu den Müllers. Niedliche kleine Wollknäuel, die dann eben auch noch gefüttert wurden. So fing es an.

Unser Verein hörte das erste Mal von Müllers, als diese beim Tierheim angerufen hatten, um 13 Katzen dort abzugeben. Das Katzenhaus des Tierheims war wegen einer Seuche geschlossen und es wurden keine Tiere angenommen, so dass sich Herr Müller an unseren Verein wandte.

Müllers wollten die Katzen nicht als die ihren bezeichnen, obwohl sie sie fütterten und ihnen Schlafplätze im Garten gebaut hatten. Sie drohten damit, unter falschem Namen das Ordnungsamt anzurufen, damit diese die Katzen abholen. Der Verein versprach, sich zu kümmern ... Keine der Katzen war kastriert, so dass zuerst die geschlechtsreifen Tiere zwecks Kastration zum Tierarzt gebracht wurden.

Auf dem Dachboden lag eine Katze mit ihrem fünfköpfigen Wurf in einem wackelig aufgetürmten Durcheinander von Kisten, Wannen, Teppichen etc. Wäre eines der Jungen aus dem notdürftig bereitgestellten Karton gekrabbelt, wäre es hoffnungslos verloren gewesen. Mutter und Junge wurden umgehend herausgeholt und zu einer Gastfamilie gebracht, die wirklich ihre liebe Not mit der Mutterkatze hatte, denn diese war es in keinster Weise gewohnt, in einer Wohnung eingesperrt zu sein.

Währenddessen sollte bei Müllers weiter gefangen und kastriert werden, aber langsam wurde es der Familie zuviel, sich „ständig kümmern“ zu müssen. Sie hatten „keine Zeit“ dazu. Vielleicht muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Familie in keinster Weise zu irgend etwas beitrug. Bei den vielen sehr scheuen Katzen mussten wir natürlich oft dort hin und Katzen fangen, zum Tierarzt bringen, sie wieder abholen und zu Müllers bringen und so weiter und manchmal hatte man das Gefühlt, dass es Müllers schon zu viel Arbeit war, aufzustehen, uns die Haustür aufzumachen.

Aufgrund der irgendwann nicht mehr vorhandenen Kooperation der Müllers wurde im folgenden Jahr wieder eine der Katzen trächtig und wir wurden wieder herzitiert. Also ging die Arbeit dort weiter. Nach wie vor weigerten sich Müllers, sich in irgendeiner Weise darum zu kümmern, dass die neuen Jungkatzen zahm werden. Wir haben mit Engelszungen geredet und versucht, Müllers zu erklären, dass sie dann eine viel bessere Vermittlungs-Chance haben. Herr Müller hatte aber wieder keine Zeit dazu. Im dritten Jahr waren wir dann soweit, dass wir alle dort lebenden Katzen kastriert und zum Teil vermittelt hatten. Nur noch die sogenannte "Urmutter" fehlte, die mit der alles angefangen hatte. Die haben wir als letzte mit ihrem neuen Wurf fangen und kastrieren können. Die Jungkatzen wurden direkt vom Tierarzt aus vermittelt. Der Fall Müller konnte damit von uns abgeschlossen werden.

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