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15 Gehegekatzen Drucken E-Mail

Manchmal zwingt einen das Alter oder eine Krankheit, sich von seinen Katzen zu trennen. Das war im Fall von Frau Brinkmann* so. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich um Katzen gekümmert, hat sie in Eigenregie gefangen und sie aufgenommen. So hatten sich 15 Kätzinnen und Katzen"angesammelt".

Nachdem eine ihrer Katzen überfahren worden war, beschloss sie, im Garten eingezäunte Gehege mit Holzhäusern bauen zu lassen, in denen sie die Katzen leben ließ. Als sie krank wurde, kümmerten sich eine Freundin und ihre Putzfrau um die Tiere. Schnell, schnell, Essen hinstellen, sauber machen und fertig. Die Katzen hatten kaum noch menschlichen Kontakt, weil Frau Brinkmann selbst sich kaum noch bewegen konnte. Als der Verein zuhilfe gerufen wurde, um bei der Vermittlung zu helfen, konnten die Katzen kaum „begutachtet“ werden, weil sie mittlerweile sehr scheu geworden waren und sich gleich versteckten. Eine Vermittlung ist nie leicht, wenn es sich nicht nur um scheue Katzen handelt, sondern um scheue ältere Katzen.

Mose, der noch am zutraulichsten war, fand durch uns recht schnell ein liebevolles Zuhause, wo er sich mit einer anderen Katze und zwei Hunden sofort heimisch fühlte. Auch Paulchen und Pauline hatten Glück. Eins unserer Mitglied mit einem großen Garten und einem großen Herz erklärte sich bereit, die beiden etwa zehnjährigen Samtpfoten sozusagen ungesehen zu sich zu nehmen. Da sie die Freiheit überhaupt nicht gewohnt waren, mussten sie zunächst samt Gehege umziehen. Die Eingewöhnungszeit dauerte sehr lange. In den ersten Wochen und Monaten konnte die neue "Besitzerin" ihre beiden Zöglinge lediglich durchs Fenster beobachten, denn sobald sie aus der Haustür kam, waren die beiden scheuen Wesen sofort verschwunden.

Es dauerte fast ein halbes Jahr, bis sie nicht mehr sofort verschwanden, sondern nur in angemessener Entfernung beobachteten, wie das Katzenklo gereinigt und das Futter hingestellt wurde. Nach 1/2 Jahr kam dann der große Moment. Die Gehegetür blieb offen ... Paulchen war der erste, der einen Schritt wagte. Für die Besitzerin war es ein einmalige Erlebnis. Paulchen wagte sich Zentimeter für Zentimeter in die Freiheit. Jeder Grasbüschel, jeder Blumentopf, einfach alles wurde genau beschnuppert und es gab so viel zu sehen und zu riechen. Pauline wurde auch etwas mutiger und folgte ihrem Bruder langsam und ängstlich. Nach etwas über einer Stunde waren die beiden noch immer nicht weiter als etwa 10 Meter vom Gehege entfernt ... Und nach dem abenteuerlichen Ausflug entschlossen sich beide, wieder in das sichere Gehege zu gehen und erst einmal völlig erschöpft auszuschlafen. Am nächsten Tag waren die Ausflüge schon etwas wagemutiger, aber als Schlafplatz kam dann doch eigentlich nur das Gehege in Frage ...

Paulen und Pauline kommen mit ihrer Freiheit, auf die sie fast ihr ganzes Leben verzichten mussten, mittlerweile sehr gut klar. Paulchen hat sich außerordentlich mit einem Kater angefreudet, der auch auf dem Grundstuck lebt. Die beiden sind unzertrennlich und liegen fast immer eng zusammen unter irgendeinem Busch oder auf den Terrassenstühlen. Paulchen nutzt jede Gelegenheit, um mal eine kurze Runde durchs Haus zu drehen und fordert abends eine kleine Streicheleinheit und ein Leckerli ein. Pauline ist eher eine Einzelgängerin und auch noch ein bisschen scheu, aber es geht ihr gut. Das merkt man.

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