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Kosmetik ohne Tierversuche? Drucken E-Mail

Auch wenn das Thema weitgehend tabuisiert wird: für viele Kosmetikprodukte müssen nach wie vor viele Tiere in Labors leiden. Wie erkennt man tierversuchsfreie Marken?

Das riesige Sortiment kosmetischer Produkte ist unüberschaubar geworden. Dem Verbraucher bietet sich eine riesige Palette an Pflegesubstanzen für Haut und Haar. Dekorative Kosmetik wie Make Up, Lidschatten usw. wird in allen Farbnuancen angeboten, Lippenstift sogar in Tausenden von Farb- und Geschmacksrichtungen. Doch für viele dieser Produkte müssen immer noch unzählige Tiere für Versuche leiden und sterben.

Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika seit 1998. Doch leider ist das Verbot lückenhaft. Einige Firmen führen mit ihren Endprodukten Tierversuche im Ausland durch, um bei Gesundheits- schäden der Anwender nicht haften zu müssen. Andere Firmen testen die Einzelsubstanzen oder geben die Austestung in Auftrag. Die Aussage eines Herstellers, selber keine Tierversuche durchzuführen, schließt also nicht aus, dass die Substanzen oder Endprodukte nicht doch woanders getestet wurden. Im Ausland hergestellte und getestete Produkte werden ohne Einschränkung auf dem deutschen Markt verkauft. Für kosmetische Zwecke verlangt der Gesetzgeber keine Tierversuche.

Im Rahmen des Chemikaliengesetzes sind allerdings für neue Rohstoffe Tierversuche zwingend vorgeschrieben. Mit anderen Worten: Tierversuche können zur Prüfung von Rohstoffen uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn diese nicht nur in Kosmetika, sondern auch in anderen Produkten verwendet werden. Leider ist dies bei den meisten Produkten der Fall. Die drei dafür gesetzlich vorgeschriebenen Tests seien hier genannt:

* Der Draize-Test: Dabei wird der neuentwickelte Rohstoff in die Kaninchenaugen gerieben. Starke Reizungen, Verätzungen bis zur Erblindung sind die Folge.
* Der Hautreizungstest: Der neuentwickelte Rohstoff wird in die geschorene und z. T. aufgeritzte Haut gerieben, was zu Reizungen, Entzündungen und Ekzemen führt.
* Der LD-50-Test: Der neuentwickelte Rohstoff wird durch eine Schlundsonde verabreicht oder in die Muskeln, Venen oder die Bauchhöhle gespritzt. Dann wird die Menge des Rohstoffes bestimmt, an dem die Hälfte der Tiere verendet. (Letale Dosis, 50 %).

tierversucheDabei gibt es bereits über 8.000 bekannte und altbewährte Inhaltsstoffe. Mit dieser Fülle von Substanzen ließen sich auch weiterhin innovative und sichere kosmetische Mittel auf den Markt bringen. Dass es auch ohne immer neues Tierleid geht, zeigt die Kosmetik-Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes. Die darin aufgeführten Hersteller führen keine Tierversuche durch und verwenden nur Inhaltsstoffe, die seit 1979 nicht mehr im Tierversuch getestet wurden und die nicht unter das Chemikaliengesetz fallen. Diese Firmen werden vom Deutschen Tierschutzbund regelmäßig überprüft. Zur Durchsetzung der Interessen derjenigen, die jetzt und in Zukunft Kosmetik ohne Tierversuche herstellen möchten, haben sich einige Firmen zu einem "Internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V." zusammengeschlossen. Das "Kaninchen unter schützender Hand" ist das internationale geschützte Verbandszeichen des IHTK. Die Positivliste der Hersteller mit tierversuchsfreier Kosmetik kann beim Deutschen Tierschutzbund angefordert werden (Dt. Tierschutzbund e.V., Baumschulallee 15, 53115 Bonn, Tel.: 0228-6049690. Abschließend sei noch zu bemerken: Auch Naturkosmetik ist nicht automatisch tierversuchsfrei! Seien Sie als Endverbraucher kritisch mit der Auswahl Ihrer Produkte. Sie können mit Ihrem Kaufverhalten vielen Tieren Leid ersparen!

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